Kunst - und das gilt für Gerlinde Thuma speziell - ist eben nur zum Teil emotional aus dem Bauch heraus geborene Nervenstruktur, in körperlicher Expressivität zu Blatt gebracht; ein wesentlicher anderer Teil ist die geistige Ebene, nicht weniger feministisch, die intellektuelle Auseinandersetzung mit der beschleunigten Schnelllebigkeit unseres Alltags und der dagegengehaltenen Langsamkeit in der Medidation des Bildmachens und später auch Bildsehens. Die Bildpaare sollen auch durch ihr Hinter-, Unter- und Nebeneinander auf eine "Entschleunigung" hinweisen, die zwei Punkte einer Gleichung zusammenführen, wie in der Musik polyphone Aspekte und Variationen aufeinander bezogen sein können und sind.