Gerlinde Thuma umkreist in ihren zumeist in der klassischen kunstgeschichtlichenTradition des Doppelbildes , des Triptychons oder des Poliptychons konzipierten Tafelbildern das Thema Zeit.

Die Verdoppelung fungiert immer als Gegensatz: die Wiederholung desselben oder eines vergleichbaren Motivs wird unter verschiedenen formalen Aspekten, vielfach in einer anderen Farbigkeit oder in einem anderen Licht wiedergegeben. Die sensiblen Naturdarstellungen der Künstlerin fungieren in diesem Sinne als Zeitzeugen.

Das Prinzip der Vielheit und der Offenheit ist generell seit den 80er Jahren kennzeichnend für die junge internationale Kunst geworden. Anstelle des linearen Denkens tritt ein zirkuläres Denken, das ein Agieren in alle Richtungen ermöglicht. Die Darstellung des Nacheinander und des Nebeneinander wird möglich. Zeitsprünge werden vollzogen, Vergangenheit und Gegenwart stehen mitunter simultan nebeneinander. Gerlinde Thuma ist eine “klassische” Malerin und Graphikerin mit “ganzheitlichem” Anspruch. Sie malt “homöopathische” Werke, behandelt Gleiches mit Gleichem und spürt in den Tiefen nach Gegensätzlichkeiten. Sie vollführt einen Spagat zwischen Malerei, Photographie und Graphik, zwischen abstrakt und gegenständlich. Die Werke von Gerlinde Thuma schildern eine Wanderung durch die Natur und ihre Zeiten und kreisen um das Aufgreifen von Gegensätzen. Philosophie, Film, Malerei, Graphik und Photographie dienen der Künstlerin als Medium der Reflexion.